Selbstverteidigung für Frauen
Fakten, Verantwortung und Handlungsfähigkeit
Das Thema Selbstverteidigung für Frauen wird häufig emotional diskutiert. Uns ist wichtig, dabei sachlich zu bleiben: Es geht nicht um Panik, sondern um realistische Einordnung und Handlungsfähigkeit.
Gewalt gegen Frauen - Was sagen die Zahlen?
Offizielle Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik und Bundeslagebilder zeigen, dass Frauen bei bestimmten Delikten überproportional häufig betroffen sind – insbesondere im häuslichen Umfeld und in Partnerschaften:
- 2024 wurden bei Delikten der häuslichen Gewalt 187.128 Frauen als Opfer erfasst; 70,4 % der Opfer häuslicher Gewalt waren weiblich.
- Für 2023 weist das Bundeslagebild zu häuslicher Gewalt 256.276 Opfer aus; rund 70 % davon waren weiblich.
- Im Bereich Partnerschaftsgewalt 2024 wurden 171.069 Opfer registriert; davon 79,3 % weiblich (135.713).
Wichtig: Diese Zahlen bilden polizeilich erfasste Fälle ab. Fachstellen gehen davon aus, dass es – je nach Delikt – eine Dunkelziffer gibt.
Gibt es "Selbstverteidigung für Frauen" überhaupt?
NEIN!!!
Weder gelten rechtlich betrachtet Sonderregeln, noch gibt es DIE Selbstverteidigungstechniken speziell für Frauen.
Die gesetzlichen Grundlagen der Selbstverteidigung (Notwehr) gelten für alle Menschen gleich – unabhängig von Geschlecht, Alter oder körperlicher Statur.
Warum dann überhaupt dieser Schwerpunkt?
Weil sich Selbstverteidigung nicht nur im Gesetzestext abspielt, sondern auch im Alltag:
- typische Situationen (z. B. Bedrängung, Festhalten, Nähe-Distanz-Probleme)
- subjektives Sicherheitsgefühl
- Kommunikations- und Grenzsetzungsthemen
- und die Frage, wie man unter Stress überhaupt handlungsfähig bleibt
„Für Frauen“ bedeutet bei uns daher nicht: andere Rechte oder andere ("bessere") Techniken
Sondern: realistische Prävention, klare Strategien und sichere Trainingsvermittlung.
Was ist Selbstverteidigung und was nicht?
Selbstverteidigung ist mehr als Technik. Sie beginnt lange vor körperlicher Gegenwehr:
- Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
- Körpersprache und Auftreten
- klare, deutliche Kommunikation
- Distanz- und Positionsverhalten
- Deeskalation und „Exit-Strategien“
- einfache Befreiungs- und Schutzbewegungen
Körperliche Techniken sind letztes Mittel – mit dem Ziel, eine Gefahr zu beenden und Sicherheit wiederherzustellen.
Unterschied zwischen Kampfsport und Kampfkunst
Kampfsport und Kampfkunst sind strukturierte Trainingssysteme mit Technikaufbau, Regeln und langfristiger Entwicklung.
Selbstverteidigung hingegen ist:
- situationsbezogen
- auf wenige, robuste Prinzipien reduziert
- rechtlich sensibel
- stark präventiv ausgerichtet
Kampfsporterfahrung kann hilfreich sein, ersetzt aber nicht automatisch eine realistische Selbstverteidigung.
Was sagt die Forschung - Lohnt sich Gegenwehr?
Eine häufig zitierte Untersuchung der Polizeidirektion Hannover (Auswertung von Sexualstraftaten) befasste sich mit dem Gegenwehrverhalten von Opfern.
Die Kernaussagen dieser Auswertung werden wie folgt zusammengefasst:
- Bei konsequenter, früher Gegenwehr brachen Täter in einem hohen Anteil der Fälle ihre Tat ab.
- Bei deutlicher, entschlossener Gegenwehr lag die Abbruchquote deutlich höher als bei fehlender Reaktion.
Wichtige Einordnung:
Diese Ergebnisse sind keine Handlungsanweisung und keine Garantie. Jede Situation ist individuell.
Sie zeigen jedoch, dass Handlungsfähigkeit, klare Grenzsetzung und vorbereitete Reaktionen einen Einfluss auf den Tatverlauf haben können.
Selbstverteidigung bedeutet nicht zwingend „kämpfen“, sondern nicht passiv bleiben, wenn andere Optionen möglich sind.
Unser Ansatz beim TASG Dresden
Selbstverteidigung für Frauen verstehen wir als:
- Prävention statt Angst
- Klarheit statt Überforderung
- Training statt Improvisation
Im Mittelpunkt stehen:
- Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit
- sichere, einfache Bewegungen
- rechtliche Einordnung
- verantwortungsvoller Umgang mit Grenzen
Für wen ist das Angebot geeignet?
- Frauen jeden Alters
- Einsteigerinnen ohne Vorerfahrung
- Sportlich Aktive, die Sicherheit und Klarheit ergänzen möchten
- Frauen, die ihr Auftreten, ihre Grenzen und ihre Handlungsoptionen stärken wollen
FAQs - Fragen kurz beantwortet
![]() | Brauche ich körperliche Kraft, um Selbstverteidigung zu lernen? |
![]() | Gilt für Frauen ein anderes Recht bei Selbstverteidigung? |
![]() | Besteht beim Training ein Verletzungsrisiko? |
![]() | Geht es im Training darum, kämpfen zu lernen? |
![]() | Muss ich sportlich oder trainiert sein? |
![]() | Hilft Selbstverteidigung wirklich? |
![]() | Ist das Angebot nur für jüngere Frauen gedacht? |
![]() | Kann ich erstmal unverbindlich teilnehmen? |
Unser Leitsatz
Selbstverteidigung soll stärken – nicht verängstigen.
Wissen, Klarheit und Training schaffen Sicherheit.



